Ein Leben für die Vereinigte Turnerschaft (VT) Contwig – für Günter Förch, Ehrenvorsitzender des Traditionsvereins und größten Vereins seiner Heimatgemeinde nichts Außergewöhnliches. Ganz im Gegenteil. Sich körperlich viel zu bewegen, sich für den Verein und seine Mitglieder – nahezu 1000 – einzusetzen, halte jung. So ist die Denkweise des allzeit ausgeglichenen und von sonnigem Gemüt geprägten Vereinstreuen in vorderster Front. Deshalb ist es für Förch überhaupt keine Frage gewesen, jetzt nochmals die Aufgaben eines dritten Vorsitzenden zu übernehmen, als ihm diese Aufgabe angetragen wurde.

Trotz seiner 77 Jahre ist Turner Förch ein noch vor Vitalität sprühender Zeitgenosse, der auch die Schattenseiten des Lebens hautnah zu spüren bekam. „Ich musste meine schwer kranke Ehefrau über ein Jahrzehnt pflegen. Das hat viel Kraft gekostet, doch mit Hilfe der Kinder, der Enkelkinder und auch Menschen aus dem Verein habe ich das alles gut überstanden und jetzt fühle ich mich längst noch nicht zu alt dafür, davon wieder etwas an die große Familie Vereinigte Turnerschaft zurückzugeben“. Über Jahrzehnte hindurch prägte er die VT. Er stand diesem Großverein vor, als der zum 100-jährigen Vereinsbestehen eine 180 Seiten umfassende Vereinschronik herausbrachte, in welcher der ehemalige Oberturnwart Alfred Hüther als Ortsbürgermeister gratulierte. Förch im Rückblick: „Die VT ist ,der Verein' von Alfred Hüther gewesen. Daran führt einfach kein Weg vorbei.“

Ein bisschen stolz sei er deshalb „auch ganz persönlich darauf, dass es mir vor Jahren gelungen ist, mit seinem Sohn Walter Hüther jemand zu finden, der sozusagen in die väterlichen Fußstapfen tritt“, so Förch. Wie verwurzelt sich bisweilen die Mitglieder gerade in der Verantwortung mit der Vereinigten Turnerschaft fühlen, wird bei Betrachtung der Funktionärsarbeit sichtbar.

„Schon der Vater unseres langjährigen Vorsitzenden Jürgen Knauber stand viele Jahre an der Vereinsspitze. Alfred Hüther war zwar nicht Vorsitzender, doch als Oberturnwart mit dem Verein eng verbunden. Oder der Leiter unseres Musikzuges und Mitvorsitzenden Alfred Sefrin, dessen Vater Fritz die ,Turnergene' weitergab. Berufsbedingt sind meine Kinder nicht mehr im Elternhaus, sonst hätte ich vielleicht auch ein solches Glückserlebnis gehabt“, merkt er an.

Stolz ist er darauf, dass es beispielsweise seine Aufgabe schon über viele Jahrzehnte ist, die Helfereinteilung für Vereinsfeste vorzunehmen. Etwa dann, wenn sich die Turner am Dorffest oder dem Weihnachtsmarkt beteiligen oder für die vereinsinterne Geselligkeit. Als Übungsleiter springt Förch bei den Freitagsturnern manchmal ein und trainiert meist mehr als 20 Turner in seiner Altersgruppe.

Leichtathletik ist auch bei der VT ein Kapitel. Erfolgreiche Leichtathleten aus dem Verein haben etliche Erfolgsgeschichten geschrieben und er selbst hat in diesem Jahr ein ganz besonderes Ziel vor Augen. Das deutsche Sportabzeichen will der Mittsiebziger in diesem Jahr erfolgreich zum 35. Mal ablegen. „Eine Herausforderung, die ich bestehen kann und will. Das ist mein Ziel, darauf wird jetzt schon hingearbeitet.“

Mit Walter Hüther und Alfred Sefrin sei der größte Dorfverein auf dem richtigen Weg und Förch freut sich, seinen Beitrag dazu leisten zu können, dass die VT Contwig weiter blüht.